Lina Baumann war ein Jahr mit einem Bundestag-Stipendium in den USA

„Es war eine wichtige Erfahrung in Virginia”

„Meine Entscheidung für die USA fiel, als ich die Ausschreibung für das Stipendium im Internet gefunden habe, so Lina Baumann. In einem Heidelberger Café traf sich der SPD-Bundestagsabgeordnete Lothar Binding mit der Schülerin Lina Baumann, die ein Jahr mit dem Austauschprogramm des Bundestages (PPP) in den USA war. „Ich möchte erfahren, was junge Menschen erleben, die mit dem Bundestagsprogramm die USA besuchen.“, so der Abgeordnete. Lina erhielt als eine von 60 Schülerinnen im Rahmen des Parlamentarischen Patenschafts-Programms ein Stipendium.

Die 16-jährige Schülerin des Helmholtz-Gymnasiums ist seit Juli wieder in Deutschland und hat eine „spannende Zeit hinter sich“, wie sie erzählt. Lina hat in Burke im Bundesstaat Virginia gelebt, etwa 25 Auto-Minuten entfernt von Washington DC. Sie wäre in einer „tollen Gastfamilie gelandet“ berichtet die Schülerin und erzählt von zahlreichen Ausflügen in den USA. Schnell holt sie ein Fotobuch heraus, das die Gastfamilie vor ihrer Rückreise hat anfertigen lassen. Lothar Binding sieht Bilder der Unternehmungen und Gruppenaufnahmen mit Freunden und der Gastfamilie. „Wir waren in Florida, mehrmals in New York und an vielen geschichtsträchtigen Orten der USA.“, erzählt sie. Ihr Gastvater sei ein politisch interessierter Mensch durch und durch. „Er ist ein begeisterter Trump-Anhänger und steht voll hinter den „Reformen“ seines Präsidenten“. In der Wohnung sei pausenlos der regierungsnahe Sender VOX-News gelaufen. „Manchmal war mir die Propaganda einfach zu viel“, kritisiert sie. Man habe gerne miteinander hart und ausgiebig diskutiert – „aber immer in freundschaftlicher Atmosphäre“. Was Lina nicht verstand, war die Tatsache, dass die Gasteltern Kinder von Einwanderern sind, selbst aber Migration in die USA ablehnten.

Ihr Schulleben war weniger politisch gefärbt. In einer großen Schule mit insgesamt 5000 Schülern außerhalb von DC habe sie viel gelernt und gute Freunde gefunden. Sie habe Theater gespielt und sogar in einem Stück eine tragende Rolle zugewiesen bekommen. In Deutschland zurück, besucht sie die 11. Klasse und wird 2020 das Abitur machen. Lothar Binding fragt nach einem Studienziel und bekommt zur Antwort: „Diplomatie oder Chemie“. Chemie ist ihre heimliche Liebe, aber in den Staaten hätte sie in der Nähe der Hauptstadt auch einige Diplomatenfamilien kennengelernt. „Ein interessanter Job mit vielen Möglichkeiten“, schwärmt sie.

Das Jugendaustauschprogramm zwischen dem Deutschen Bundestag und dem Kongress der USA wurde 1983 beschlossen, um der jungen Generation in beiden Ländern die Bedeutung der freundschaftlichen Zusammenarbeit, die auf gemeinsamen politischen und kulturellen Wertvorstellungen beruht, zu vermitteln. Auch im Sommer 2019 können wieder insgesamt 350 Schüler und junge Berufstätige mit einem Stipendium des Deutschen Bundestages für ein Jahr in die USA reisen.

Bildungsfahrt in die Hauptstadt Berlin

Familie Münch aus Kirchheim

Fahrt Nr. 50 für Norbert Theobald

Norbert Theobald steht mit der Mitarbeiterin des Bundespresseamtes (BPA) Gaby Naumann im Berliner Hauptbahnhof. Auf Gleis 13 kommt gleich der ICE aus Mannheim an. Die Gruppe aus Heidelberg und dem Rhein-Neckar-Kreis scheint vollständig zu sein. „Es fehlt niemand“, hatte man schon per SMS gemeldet. Norbert Theobald ist seit fast 20 Jahren Referent für Öffentlichkeitsarbeit im Wahlkreis des Heidelberger Abgeordneten Lothar Binding. Er organisiert und plant zum 50. Mal eine Bildungsreise in die Hauptstadt. „Ich habe es gar nicht gewusst, dass ein Jubiläum ansteht“, so Theobald. Aber die Kollegin aus dem Berliner Büro hatte wohl eine Strichliste geführt.

Der Bahnsteig füllt sich und die 50 Personen werden zum Busbahnhof geführt. Die Berliner Verkehrsbetriebe haben einen nagelneuen Reisebus bereitgestellt. Sofort sind die fordern Reihen besetzt. Die Gespräche drehen sich ums Abendessen und um das Hotel. Die Fahrt war lang und der Hunger wächst. Aus dem Bus heraus sieht man die Abgeordnetenbüros und das mondäne Kanzleramt. Sigrid macht sich Sorgen. „Das Riesending hat doch der Kohl gebaut, weiß einer was darin geschieht?“, fragt sie. Viele dieser Regierungsbauten sind groß und mächtig. „Aber 15.000 Beschäftigte müssen irgendwo an einen Schreibtisch“ so Theobald. Eine Durchsage von Gaby Naumann verspricht die Ankunft im Hotel. Die Gruppe checkt ein.

Am nächsten Morgen steht eine Stadtrundfahrt an, sie hält am Dokumentationszentrum „Topografie des Terrors“. Hitlers Machtzentrale an der Wilhelmstraße. Es stehen nur noch ein paar Kellerwände. Pascal findet es besonders wichtig. Der 22-Jährige ist SPD-Mitglied und arbeitet aktiv im Ortsverein, erzählt er. „Es ist wichtig, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen , und nicht nur aus den Spielfilmen zu lernen,“ sagt er. Auch sei es wichtig alles mit den eigenen Augen gesehen zu haben.

Ähnlich sieht das auch Christa. „Wir sind mit Freunden aus Altlußheim dabei“, berichtet die 70-Jährige, „und haben schon versucht mit Stefan Rebmann nach Berlin zu reisen. Es ist schön, dass wir jetzt bei der Sonderfahrt dabei sind.“ Christa ist nicht in der SPD aktiv, möchte aber wissen, was die Regierung „so treibt.“

Fernsehturm und Kuppel

Das Mittagessen wird zur besonderen Attraktion. Es geht auf den 370 m hohen Fernsehturm. „Mein Freund Karl hat mir von diesen Reise erzählt und war total begeistert.“, so Günter aus Heidelberg, der seine Freundin dabei hatte. Das Panorama-Restaurant dreht sich, es scheint die Sonne, die Gruppe sucht von oben nach Sehenswürdigkeiten, die sie schon gesehen haben „In Berlin muss man gewesen sein, auch wenn hier nicht alles glatt läuft.“ Günter nickt zustimmend und zeigt aufs nächste Ziel – dem Reichstag und fotografiert das Panorama.

Nach einer gründlichen Sicherheitskontrolle geht es, über einen großen Aufzug, auf die Kuppel des von dem Architekten Sir Norman Foster gebauten Kuppel. Sie ist von der Dachterrasse aus über eine Rampe öffentlich zugänglich und versorgt den Plenarsaal mit modernster Belichtungs- und Beleuchtungstechnik. Von oben reicht der Blick auf das Jakob-Kaiser-Haus, wo sich auch das Büro von Lothar Binding und seiner sechs Mitarbeiter befindet. Im Wahlkreis unterstützen ihn zwei weitere Referenten im Büro Heidelberg.

Verpflegung und Kabarett

Vor dem Restaurant „Julchen Hoppe“ kommen die Teilnehmer ins Gespräch: „Als ich zuletzt im Nikolaiviertel war, sah das hier noch anders aus“, erzählt Christa Rettig. Sie kommt aus Altlußheim und wollte die Fahrt auch nutzen, um das politische Berlin besser zu verstehen. Sie ist mit ihrem Mann und der Familie Böser mitgefahren. „Eine Bildungsfahrt nach Berlin sollte jeder einmal machen“, lacht Christa und lässt ein Foto vor dem Eingang des Restaurants machen.

Am Abend geht es ins Kabarett. Die „Distel“ ist das größte Ensemble-Kabarett Deutschlands und hat ihr Theater direkt am Bahnhof Friedrichstraße. Zu DDR-Zeiten sollte das Ensemble Satire als “Waffe im Klassenkampf” gegen den Westen einsetzen. Wegen ihrer aber mehr und mehr nach innen gerichteten, listig verhüllten DDR-Sticheleien wurde sie den Regierenden aber bald ein Dorn im Auge. Jährlich unterhält die Distel über 100.000 Besucher in Berlin und auf Tourneen.

Ministerium, Gedenkstätte und Wannsee

Am nächsten Tag fährt die Gruppe ins Ministerium für Arbeit uns Soziales. Minister Heil ist nicht im Hause, aber der Referent spricht über doppelte Haltelinie, Verbesserungen bei Mütter- und Erwerbsminderungsrente und Entlastung von Geringverdienern. Die Teilnehmer nutzen intensiv die Möglichkeit der Nachfrage.

Nach einer Fahrt nach Potsdam wird es emotional. Die Gedenkstätte Lindenstraße, ein ehemaliges Nazi- und Stasigefängnis führt der Gruppe die Untaten der vergangenen Regime vor Augen. Renate Hettwer aus Neulußheim sagt danach: „Ich finde es bedrückend, was sie mit den Menschen gemacht haben. Aber man muss es gesehen haben, um es zu verstehen.“

Am Abend ist es soweit, bei einer Bootsfahrt auf dem Wannsee trifft die Gruppe Lothar Binding. Seit September 1998 ist er im Bundestag – also genau 20 Jahre. Binding trifft neben seiner Gruppe auch BPA-Teilnehmer des CDU-Abgeordneten Armin Schuster aus Lörrach. Nach einer kurzen Rede bietet er allen das persönliche Gespräch an. Und tatsächlich werden die zwei Stunden Fahrt von allen für Fragen genutzt. Die drehen sich um die Haltbarkeit der Koalition, Rente und Wohnungsmarkt.

Claus Münch und seine Frau Ruth aus Kirchheim kannten den Abgeordneten persönlich nicht. Aber ihr Sohn Kay-Uwe, Pressesprecher der Stiftung Topografie des Terrors, hat ihn schon öfter getroffen. Kurz vor Einfahrt in den Hafen singen alle Teilnehmer auf dem Dampfer das „Badnerlied“ und sorgen so für einen „großkoalitonären“ Abschluss.

Politikzentrale und „ab nach Hause“

„Mein Vorsitzender war schon mehrmals im Willy-Brandt-Haus“, berichtet Pascal Wasow aus Brühl der mit Kumpel Lars unterwegs ist, „Eine Parteizentrale von innen bekommt man ja nicht so leicht zu sehen.“ Viele der Teilnehmer haben Fragen an den SPD-Referenten. Die lebhafte Diskussion wird aber abrupt beendet, denn der Bus muss zum Bahnhof – es geht nach Hause. Norbert Theobald ist in Gedanken schon bei seiner nächsten Fahrt im November. „Wir haben ein offenes Bewerbungsverfahren, jeder darf mitfahren. Bei uns braucht man kein Parteibuch, um mitzudürfen“. Der ICE kommt pünktlich in Mannheim an, manch einer möchte bei der nächsten Fahrt wieder dabei sein. Aber das gehe leider nicht, so Theobald, die Warteliste sei lang und die Abgeordneten hätten nur drei Fahrten im Jahr, bedauert er.

Justizministerin Katarina Barley zu Gast beim Sommerempfang der AG60plus in Stuttgart

Der Cannstatter Kursaal war voll besetzt, das Wetter war sonnig und nicht zu heiß. Beste Voraussetzungen für einen politischen Nachmittag mit hochrangiger Besetzung. „Gudrun Igel-Mann und Peter Steinhilber haben es, wie jedes Jahr sehr gut organisiert“, lobte der Bundesvorsitzende der SPD Senioren-Arbeitsgemeinschaft Lothar Binding die Macher der Veranstaltung. Daneben spielte der Handharmonika-Spielring Stuttgart-Möhringen Rhythmen von heute und gestern. Manch einer hatte sogar die Idee zu tanzen. Es kam nicht dazu, denn die aktuelle Politik stand im Vordergrund.

Binding ging in seiner Begrüßung auf die gerade erzielte Einigung beim Rentenpaket ein: „Es war ein schwieriger Kompromiss – ich bin nun sehr froh über die deutlich sozialdemokratische Handschrift. Das ist gut für die Rentnerinnen und Rentner. Allerdings müssen wir für die kommenden Generationen auch Antworten für die Zeit nach 2025 haben. Auch langfristiges Ziele müssen heute schon in Angriff genommen werden, das ist eine unserer politischen Aufgaben.“

Justizministerin Katarina Barley kam pünktlich stand aber unter Zeitdruck. „Heute Abend muss ich bei Maybrit Illner Stellung beziehen – es geht um die Rechtradikalen in Chemnitz“, entschuldigte sie sich. Anschließend ging es direkt zum Flieger nach Berlin.

Sie sprach über den anstehenden Brexit und die Zukunft der EU. Die Entscheidung über den Brexit sei ein schwerer Tiefschlag für die Zusammenarbeit in Europa gewesen. Barley wurde dabei sehr persönlich und sprach über ihre eigene Familie, die britische, deutsche, niederländische und spanischen Wurzeln habe. „Unsere Familien haben im zweiten Weltkrieg gegeneinander gekämpft, so etwas kann man sich heute nicht mehr vorstellen und das darf nie wieder passieren.“

Die Europäische Union sei deshalb genau auf der Grundlage dieses Friedensversprechens gegründet worden. „Einem Versprechen, gepaart mit Wohlstand, sozialer Sicherheit und Solidarität“. Nur wenn diese Werte in den Mitgliedsstaaten umgesetzt und gelebt würden, könne es auch in Zukunft ein starkes Europa geben, betonte sie.

„Und wir brauchen ein starkes Europa um in der globalen Welt zu bestehen. Dazu gibt es keine Alternative, das will ich hier in Stuttgart ganz klar und deutlich sagen“.

Man dürfe das Feld nicht den nationalistischen Kräften überlassen, so Barley. Sie forderte zur Lösung der anstehenden Aufgaben in Europa eine engere Zusammenarbeit von Frankreich und Deutschland: „Macron ist definitiv kein Sozialdemokrat, aber er ist ein überzeugter Europäer. Diese Chance müssen wir nutzen.“ Beim Brexit hat sie die Hoffnung auf ein gutes Ende noch nicht aufgegeben. „Es gibt immer mehr Stimmen in Großbritannien, die den Brexit für einen großen Fehler halten und sich öffentlich zur EU bekennen, leider sehr spät, aber vielleicht lässt sich das Ruder nochmal rumreißen“, so Barley zum Abschluss.

Lothar Binding besucht die Akademie des Deutschen Bäckerhandwerks

Bäckermeisterin Katharina Regele und Bernd Kütscher backen mit dem Abgeordneten Brezel

Neben der Bundesakademie in Weinheim gibt es sieben Landesakademien in Hannover, Berlin, Dresden, Olpe, Karlsruhe, Stuttgart und Lochham sowie sämtliche Bildungs- und Beratungsangebote der 16 Landesinnungsverbände und des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks. Der Abgeordnete traf sich in Weinheim mit dem Direktor der Akademie Bernd Kütscher und konnte dabei das Schulungszentrum kennenlernen. Zum Abschluss des Rundgangs wurden sogar Brezeln gebacken.

„Die Bundesakademie konzentriert sich auf die fachliche und persönliche Entwicklung von Führungskräften des Bäckerhandwerks aus dem ganzen Bundesgebiet. Neben zahlreichen Seminaren ist die Meisterschule für Bäcker ein Schwerpunkt der Tätigkeit“, so Kütscher.

Die Akademie ist ebenfalls Trainingszentrum der Bäckernationalmannschaft des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks. Das Nationalteam vertritt Deutschland bei internationalen Backwettbewerben und übernimmt repräsentative Aufgaben für das deutsche Bäckerhandwerk. In den 80 Jahren des Bestehens der Meisterschule sind hier über 5.000 Bäckermeisterinnen und Bäckermeister auf die Meisterprüfung und vor allem auf die Zeit danach vorbereitet worden. Auf Wunsch kann in der Meisterschule auch ein betriebswirtschaftlichen Abschluss gemacht werden.